Im Schatten der Hörner

Die britische Band Black Sabbath wird von Fans und Fachmedien beinahe unisono als erster richtiger Vertreter des Heavy Metal gehandelt. Black Sabbath und weitere Bands der 1970er Jahre bezogen ihren musikalischen Einfluss weitgehend noch aus dem Blues und der klassischen Rockmusik, paarten diesen Sound jedoch mit einem weitaus härteren Sound und widmeten sich in ihren Texten düsteren, auch okkulten Themen, die dem Heavy Metal bereits in seinen Anfangstagen zuweilen den Ruf einbrachte, Teufelsanbetung zu propagieren.
In der Folge kokettierten immer mehr Bands mit diesem Image und trieben es zuweilen auf die Spitze. Satanische Themen als Mittel zur Rebellion gegen ein geschocktes Establishment sind seither untrennbar mit der Geschichte des Heavy Metal verbunden.
Trendsetter in Sachen „teuflischer“ Musik ist die ebenfalls britische Band Venom. Lustvoll kaschierte das musikalisch etwas unbedarfte Trio Anfang der 1980er sein relatives Unvermögen an den Instrumenten mit rebellischer Showattitüde und lyrischen Horrorgeschichten rund um den Gehörnten. Während Venom den Satanismus lediglich als provokantes Imagemedium nutzten, wandten sich in der Folge viele Bands mit gesteigerter Ernsthaftigkeit dem Thema zu und etablierten es endgültig als wichtigen Bestandteil des Heavy-Metal-Mythos.
Nicht umsonst ist bei den Fans dieser Musik bei Konzerten das Hörnerzeichen beliebt, das Ausstrecken des Zeige- und des kleinen Fingers als Anerkennungsbekundung an die auftretenden Bands.

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